FALKENSTEIN - Die Große Göttin CD
digi CD / Kraftplatz Records
"Bahnbrechende Innovationen sind im Neofolk-Bereich nicht mehr zu erwarten, möglicherweise einfach ein Genre-immanentes Problem. Ist es überhaupt ein Problem? Zumindest nicht, solange Projekte wie FALKENSTEIN Stagnation auf hohem Niveau bieten. Tobias Franke, der alleinige Mastermind, legt mit der „großen Göttin“ bereits sein viertes Album vor, dieses Mal im Selbstverlag und somit in größtmöglicher künstlerischer Freiheit.
Zunächst mal ziehe ich den Hut vor der Leistung des Barden, sämtliche Instrumente selbst einzuspielen, zu komponieren und auch noch mit einer sehr anständigen stimmlichen Leistung zu veredeln. Geboten wird eher ruhiger, recht puristischer Neofolk, überwiegend von Akustik-Gitarre und „sanfter“ Percussion getragen. Dazu erklingen an den richtigen Stellen musikalische Farbtupfer wie Flöte, Geige, Akkordeon oder auch mal synthetisch erzeugte Klänge. Dazu eine kräftige Stimme, oftmals gedoppelt, immer klar und deutlich in der Aussprache und mit einem herzhaft angerollten „R“ als Sahnehäubchen. Handwerklich alles 1a, was ja in dieser Sparte nicht unbedingt selbstverständlich ist. FORSETI muss mal wieder als Anhaltspunkt genannt werden, instrumental darf auch der Name DARKWOOD fallen, doch nach so vielen Veröffentlichungen sollte der Terminus FALKENSTEIN schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal besitzen. Während die Lied-Strukturen zumeist eingängig, manchmal hymnisch, dann wieder bedächtig ausfallen, werden lyrisch Texte von bekannten Dichtern und Denkern vertont. Mehrfach z.B. wird auf Werke von Ludwig Uhland zurückgegriffen, der neben der Prosa auch der Politik verfallen war und sich den „Nationalstaat auf demokratischer Grundlage“ auf die Fahnen geschrieben hatte. Überwiegend bewegt sich Franke im Bereich der Naturmystik bzw. der Liebe zur einheimischen Flora und Fauna. Eine Rückbesinnung auf die eigentlichen Werte des Lebens, fernab der Hektik unserer „modernen“ Zeit. So unaufgeregt und zugleich einschmeichelnd dann auch das 68 Minuten währende Songmaterial, wobei es sich bei den letzten 3 Stücken um Titel des längst vergriffenen Debüts „Heiliger Wald“ handelt. Dies erkennt man zwar in Punkto Produktion, doch insbesondere der „Nebel“ wartet mit schönen Gesangslinien auf. Hin und wieder sei als kleine Schwäche angemerkt, dass bestimmte Melodiefolgen zu oft wiederholt werden, was zu einer gewissen Langatmigkeit führt (siehe etwa den Titeltrack), doch das ist problemlos zu verschmerzen angesichts solcher Highlights wie das Doppel „Rauhnacht“/ „Wilde Jagd“. Hier geht man etwas düsterer bzw. reduzierter zu Werke, was FALKENSTEIN gut zu Gesichte steht." /TK / terrorverlag.de/